Wie wird die Oase von außen wahrgenommen und was lässt sich diesbezüglich noch verbessern?

Bepo
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Wie wird die Oase von außen wahrgenommen und was lässt sich diesbezüglich noch verbessern?

Beitrag von Bepo »

Seitdem ich dort bin, habe ich extrem viel Müll weggebracht und z.B. kaputte Planen beseitigt um das Bild nach außen zu verbessern. Es sollte auf jeden Fall nach einer Natur-Oase aussehen um dem Anspruch gerecht zu werden. Darauf wurde vor meiner Zeit nicht oder nicht genug geachtet und einfach zu wenig unternommen. Es hat wahrscheinlich auch keiner so richtig die Verantwortung dafür übernommen. Was auch heißt, dass man Leuten die ihren Müll nicht beseitigen auf die Füße tritt oder es nicht zulässt, dass Müll, vor allem Plastik, auf das Areal mitgebracht wird. Dies ist ein erster Versuch von mir hier in dem Forum ein Thema zu eröffnen. Es kann auch noch philosophischer werden ;) .
Jannick Schenker
Beiträge: 22
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Re: Wie wird die Oase von außen wahrgenommen und was lässt sich diesbezüglich noch verbessern?

Beitrag von Jannick Schenker »

Hallo Bepo, hier ist Jannick aus dem Demokratie Fürsorge Camp.
Ersteinmal Dankeschön für deinen Müllentfernungs Arbeitseinsatz. Soweit ich weiß wohnst du in dem Realotopia Projekt ? Mit diesem Projekt habe ich schon geliebäugelt da ich es mir entspannt vorstelle abseits von Trubel (sofern das bei dem Gelände zutrifft?) in einer Jurte zu hausen und die Natur zu beobachten. Ich wünsche dir eine gute Zeit :)
Jannick Schenker
Beiträge: 22
Registriert: Mo Apr 18, 2022 12:52 pm

Re: Wie wird die Oase von außen wahrgenommen und was lässt sich diesbezüglich noch verbessern?

Beitrag von Jannick Schenker »

@geliebäugelt: Was jetzt aber nicht heißen soll das ich zurzeit plane dorthin zu gehen ;)
Bepo
Beiträge: 2
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Re: Wie wird die Oase von außen wahrgenommen und was lässt sich diesbezüglich noch verbessern?

Beitrag von Bepo »

Ja ich wohne dort. Deswegen ist mir die Erscheinung nach außen auch wichtig, weil ich jede Kritik von den Nachbarn auch direkt abbekomme. Hier gibt es ein heiles Stück Natur aber die Stadt ist auch nicht weit. Was auch seine Vorteile hat. Zur Zeit läuft es gut und es gab schon lange kein Besuch mehr vom Bauamt (die beim letzten mal übrigens sehr nett waren). Aber ich befürchte immer, dass die Stimmung auch kippen könnte. Deswegen die Frage, was man noch verbessern könnte. Schwer für die Leute, die noch nie hier waren und ganz woanders leben aber manche Dinge sind ja universell. Eine Frage ist auch, soll man mit dem Projekt mehr in Erscheinung treten, was die Aufmerksam auf das Projekt und mich lenken/steigern würde. Mir wäre es lieber, wenn zuerst noch mehr Leute vor Ort mit in dem Projekt eingebunden wären, bevor man dann so richtig Präsenz zeigt. Je mehr Leute mit eingebunden sind umso stabiler ist das Projekt. Es haben sich schon öfters Leute angekündigt, die dann nicht mehr kamen. Es gibt Bevölkerungsschwund auf der Oase :) . Ich hänge gerade wieder an zwei Leuten dran... Sehr schwierig. Es ist eben auch ein sehr radikales Projekt und offgrid. Da muss man schon sehr von der Sache überzeugt sein.
Oeff_oeff
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Bisschen Material- und Müll-Geschichte... - Und - vor allem - bzgl. Projekt-Sinn und Werbung...

Beitrag von Oeff_oeff »

Danke, Bepo, für Dein Engagement und auch Dein Mit-Schreiben hier...

Bevor ich ein paar Worte bzgl. der 'Material- und Müll-Geschichte' sage, spreche ich lieber erstmal vom Wesentlichsten, dem Sinn des Projekts und seinem Wert (und wie mit 'Werbung' fürs Projekt umgegangen werden könnte):

Die "Real-Utopia"-Idee hat mich 2015 gleich begeistert (- vom Fernsehen wurde die "Utopia"-Serie als "wichtigstes Ereignis der TV-Geschichte" bezeichnet; ich nannte es sofort auch das "wichtigste Experiment der Menschheits-Geschichte", WENN es ernst gemeint wird als Real-Experiment statt bloß TV-Unterhaltungs-Show... -), weil diese Idee voll zum Grund-Anliegen von "Schenker-Bewegung" passte: 'Alles in Frage stellen können, inwiefern es aufs Ganze bzw. für alle verantwortlich ist oder sein könnte (ein "Utopia" ergeben könnte...) ---- ohne dass Gewalt, Herrschaft, Wirtschafts-Zwänge, Gurus und Ideologien, oder irgendeine Art von Willkür-Einfluss es behindern dürften...'

Aus meiner Sicht hat das einen so hohen Sinn und Wert (zumal man sowas wohl nirgendwo sonst finden kann!), dass man - wenn man es in Herz und Seele voll versteht - dafür riesige Probleme in Kauf nehmen würde, ja fast um jeden Preis sagen müsste: "Da will ich hin bzw. dabei will ich mit-machen, und lasse mich durch nichts daran hindern!" ((Auch sogar wenn man dafür auf eine Müll-Halde müsste bzw. eine riesige Müll-Halde abtragen müsste, -- nichts kann m.E. den traumhaften Wert dieser möglichen Projekt-Arbeit in Frage stellen...))

Und das hat aus meiner Sicht auch Bedeutung für die Frage, wie wir mit Werbung für das Projekt umgehen sollten:
Es ist wichtig genug, dass man 'das Licht nicht unter den Scheffel stellen sollte'... In die breite Öffentlichkeit getragen wird die Botschaft (auch die konkreten Projekt-Infos) ja eh schon ständig, u.a. durch die Beschreibung im Wikipedia-Artikel über mich und Schenker-Bewegung (mit ca. 80-100 Anschauenden pro Tag)...
Zusätzlich kann es aus meiner Sicht sehr sinnvoll sein, wenn gezielt nach sinnvollen 'Andock-Stellen' gesucht wird, sehr gern auch mit Mitwirkung von Dir, Bepo, und Dank für das schon Geschehende... Marburg ist eine lebendige und Universitäts-Stadt, da könnten sich Gelegenheiten raus-filtern lassen...
Wobei ich für die "Real-Utopia-Oase" ebenso wie für das "Demokratie-Fürsorge-Camp" in Berlin als Werbungs-Motto sinnvoll finde, dass wir erstmal nach 'fähigen Orga-Leuten' suchen sollten, also Menschen, wo das Zusammen-Leben mehr Kraft geben kann statt nehmen. Wir sind in einer wackligen Außenseiter-Position, und gerade die Corona-Entwicklungs-Tendenz, dass der Staat und Mainstream mit Schwung in Richtung Überwachungs- und Kontroll-Staat voran-geht (auch trotz Feigenblatt-Milderung von Maßnahmen...), sollte uns Grund geben, sehr vorsichtig damit zu sein, 'überhaupt auf den Beinen bleiben zu können'... Wir sollten nicht zu schnell zu unfähige und chaotische Leute aufnehmen, weil "es die Starken braucht, um die Schwachen zu tragen"... -- und wir haben noch nicht viel Stärke solcher Art...
((Womit ich nicht dagegen rede, gleich alle Menschen als Mit-Brüder und -Schwestern zu sehen und so für sie da sein zu wollen... Haben wir die ganzen Jahre mit unseren "Haus der Gastfreundschaft"-Elementen gemacht, sehr extrem... Aber wir müssen gleichzeitig schauen, wie wir uns bzw. die wertvollen Projekt-Orte am Weiter-Existieren und auch Wachsen halten können... Weshalb es IMHO ein Not-Kompromiss sein kann, dass Einzelne - wie ich als "existentieller Schenker", der konsequent zum geschwisterlichen Teilen bereit sein muss... - eher die Bereitschaft weiter aufrecht-erhalten, mit 'schwierigen oder chaotischen Leuten' in 'primitive Steh-auf-Projekte' oder 'auf die Straße' zu gehen... --- statt dass wir wertvollere Projekte durch solche Überforderung schreddern würden...))


Ein bisschen zur Material- und Müll-Geschichte:
Als wir die Nutzung des Grundstücks bekamen, waren auf dem Gelände (- von dem mir übrigens mal alte Leute, Einheimische, die mich dort besuchten, erzählten, das Grundstück habe früher die Bezeichnungen gehabt: "im Paradies" und das Drum-Rum wohl "das ewige Tal"... -) noch viele Über-Reste aus der Zeit wohl vor ca. 20 Jahren, als das Grundstück offensichtlich schon mal wie ein Klein-Garten genutzt wurde... Außer dem achtlos vor sich hin rottenden Wohn-Wagen, einem Kinder-Schaukel-Gestänge etc. fanden sich viele Sachen im Erd-Boden: Kinder-Spielzeug, verrostetes Werkzeug, Plastik-Abfall, alte Teppiche (Über-Reste von einem Teppich sind vielleicht noch beim ersten Erdloch-Versuch zu finden...) usw...
In der Anfangs-Phase (ab 2012) waren es weitgehend Udo und ich, die sich dann mit der Situation beschäftigten... Und ab 2015, dem offiziellen Start des "Real-Utopia-Projektes", mit der Wiese als 'Base-Camp, übernahm ich die hauptsächliche Verantwortung für Präsenz auf der Oase...
Udo und ich, so sag ich mal, haben altes Zeug weg-gebracht, und nur nützliches Material (Werkzeug, Bau-Material wie Trapez-Blech für Über-Dachung, und Bau-Holz, Fahr-Räder, die Materialien für die Solar-Anlage usw.) aufs Gelände gebracht. Und ich habe damit ja auch einen 'lebbaren Anfangs-Rahmen' her-gestellt (auch mit einer Spende von Hannes, 1000 Euro, die ich an Udo weiter-reichte, für 'Anfangs-Sanierungs-Maßnahmen' und insbesondere die Einrichtung einer Solar-Strom-Anlage...): Wohn-Wagen wieder nutzbar gemacht (worauf die Solar-Anlage kam, für die ich z.T. zusätzlich alte Solar-Platten mit-brachte), meine Jurte gebaut - in der auch andere als Gäste übernachten konnten -, Planen und Zelte für Gäste zur Verfügung gestellt... usw... Ich habe, wenn bei mir irgendwelcher Plastik-Verpackungs-Abfall anfiel, diesen immer sofort wieder mit weg-gebracht... --
Das wurde allerdings in den folgenden ca. 2 Jahren etwas problematischer, weil 3 andere Mit-Bewohner von mir in die Oase 'dazu-gelotst' werden konnten, die zwar einerseits mir die Lage erheblich vereinfachten, indem sie die konstante Präsenz auf der Wiese über-nahmen (wodurch ich wieder mehr Spiel-Raum hatte, mich um andere Orte mit zu kümmern...)... -- während sie andererseits aber z.B. ihren Plastik-Verpackungs-Müll einfach irgendwohin weg-stopften (wenn's gut gemacht wurde, zumindest noch in blaue Säcke, die sie dann aber auch achtlos um den Wohn-Wagen herum stapelten) --- so dass immer, wenn ich zu Besuch kam, ich mehrere Plastik-Tüten von solchem Abfall zur Entsorgung mit-nahm... - und auch den anderen empfahl, immer beim Weg-Gehen ein bisschen mit-zu-nehmen..., was aber keine allzu begeisterte Nach-Ahmung fand...
Vor Einzel-Argumentationen: WILLST DU ÜBERHAUPT NACH ARGUMENTEN GEHEN?
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Anke
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Re: Wie wird die Oase von außen wahrgenommen und was lässt sich diesbezüglich noch verbessern?

Beitrag von Anke »

Lieber Bepo,
herzlichen Dank für Deinen Beitrag. Und herzlichen Dank auch an die Mit-Kommentatoren Jannick und Öffi. Ich freue mich sehr und bin super dankbar, dass Du, lieber Bepo, nun seit einigen Jahren die Stellung auf der Real-Utopia-Wiese hälst. Dabei ist u.a. diese schöne und funktionale Rund-Jurte entstanden. Ja, ich fände es gut, wenn ab und an mal Werbung bzw. mehr Öffentlichkeitsarbeit für das tolle Projekt gemacht würde. Früher haben wir immer mal Veranstaltungen gehabt (z.B. Seminare, Gesprächskreise, Arbeitseinsätze). Sehr gern können wir so etwas wieder ins Auge fassen. Konkret würde mir z.B. ein Termin mal an einem Sonntag nach den Hessen-Sommerferien einfallen. Wenn Ihr die Idee gut findet, können wir ja nach einem Termin und Thema schauen.
Liebe Grüße 👋🏻,
Anke
Oeff_oeff
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Mal wieder Veranstaltung ist jedenfalls ne gute Idee...

Beitrag von Oeff_oeff »

Ja, ich finde so eine Veranstaltung auch eine gute Idee...

Man könnte es auch verbinden mit unserer Tradition, einmal im Jahr ein 'alternatives Bildungs-Volks-Fest' zu machen... Wie es gewollt ist... Muss ja auch nicht bloß eine Veranstaltung sein...
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