Gedanken zu "Neutralität"

luis
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Gedanken zu "Neutralität"

Beitrag von luis »

Über 2 Wege will ich hier in s Thema stolpern:

Zum einen hörte ich letztens von nem spannenden Projekt:
"Neutrale" radikal-neugierige Menschen laufen durch die Stadt und fragen Passanten, ob sie bereit wären, sich auf ein Gespräch mit einer Person einzulassen, die bei einem emotionalen Thema eine andere Position hat, als sie.
Kommt so ein Gespräch zw 2 "verkörperern ggsätzlicher meinungspole" zustande, ist die Hoffnung, dass die "Kontrahenten" --auch durch den Austausch über verbindende Gemeinsamkeiten-- die Erfahrung machen, dass "der Feind" auch ein Mensch ist. Idealerweise wird auf beiden seiten
ein entspannterer Umgang mit dem
reizthema möglich. Evtl nähern sich beide sogar in ihrer ggsätzlichkeit einander an, sehen die Sache nicht mehr "so extrem", da sie die " Gegenseite" nun besser verstehen.

Das Projekt ist noch viel toller, als ich s jetzt auf die schnelle darstelle(n kann/will).
Entscheidend ist gerade (vlt):
Aus Sicht des Erfinders des Projekts ist essentiell, dass die "neutralen" Initiatoren des Gesprächs "bloss" den Raum anbieten, diesen Raum aber nicht mit eigenen Positionen anfüllen, damit die 2 Kontrahenten mehr Raum haben.
Auch steigert die Neutralität der Gesprächs-initiatoren wohl das vertrauen der "Kontrahenten" in den Prozess.
Der Erfinder befürchtet gar, dass der Prozess nicht nur schlechter funktioniert sondern direkt gefährdet ist, wenn die Kontrahenten sich nicht auf die Neutralität der "Gesprächs-initiatoren" verlassen können.

Okay, nun geh ich den 2. weg in s Thema:
Nach längerer Zeit traf ich meinen ältesten Freund wieder. Ich erzählte ihm von meinem plan, aus verantwortungs-/Gewissensgründen aus der BRD auszutreten um sie zu delegitimieren und an ihren Verbrechen nicht mehr beteiligt zu sein (oder viel weniger beteiligt).
Er meinte, immer wenn ich von Verantwortung rede, wird die ganze Stimmung dunkel, angespannt und ängstlich.
Angeblich setz ich sooo hohe Erwartungen an mich selber. Bin dabei sowohl zu mir als auch zu meinem Umfeld angeblich (zu) wenig liebevoll.
(Mein umfeld fühlt sich oft in seinem Lebensstil abgewertet fühlt)(zu recht: unsere Zivilisation hat un-hinnehmbare Nachteile; mich werte ich allerdings genauso ab, im rahmen meiner verstrickungen; statt "abwerten" klingt aber vlt genauer und neutraler: "als problematisch erkennen vs über die Problematik bequem hinweg sehen).
Wenn ich allerdings in meiner "mediatoren-rolle" bin, wirke ich auf ihn radikal verständnisvoll und statt wertend einfach nur hungrig, mein gegenüber zu verstehen.
Diese Stimmung sei liebevoll und ultra-nachhaltig: da sowieso alles zu grunde gehen müsse, und nicht
anzunehmen sei, dass die Menschheit es schaffe, ihre selbstzerstörerischen Angewohnheiten aufzugeben, werde über die liebevolle Stimmung im laufe der kommenden Inkarnationen
ein stabileres band geknüpft als durch abwertende Stimmung.

Vlt klingt mein Kumpel in dieser skizzierung (ich werd ihm wahrscheinlich nicht völlig gerecht mit meiner Zusammenfassung) etwas blumig-esoterisch, vlt war das auch nur seine aktuelle Stimmung, und könnte man ihm länger lauschen (vlt taucht er ja gar bald im forum hier auf) würde man ihn vlt ein breiteres stimmungsspektrum argumentieren hören.

Vlt hat er auch völlig recht. Öffi verstand ich letztens so:
Es sei nie vorteilhaft, so zu tun, als habe man keine eigene Meinung ("konturloser Schatten").

Nun, bin neugierig auf euren Senf.
luis
Beiträge: 234
Registriert: Mi Aug 11, 2021 1:57 pm

Re: Gedanken zu "Neutralität"

Beitrag von luis »

Hm:
Hab meinem Kumpel n link zu diesem thread geschickt;
Er fühlt sich sehr schlecht porträtiert;
So als ob er überhaupt nichts von weltverbesserungs-orientierten ambitionen halte.
Er hält davon tatsächlich wohl viel.
Kommt aber angeblich mehr auf s "wie" als auf s "was" an (auch ne steile these).
Leider hat er absehbar zu wenig Zeit, hier selber zu Texten.
Hoffentlich empört ihn dieses Porträt nich zu sehr..
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