Prioritäten/Strategie/Was ist wichtig in welcher Reihenfolge

luis
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Prioritäten/Strategie/Was ist wichtig in welcher Reihenfolge

Beitrag von luis »

öffi ist ja scheinbar erfinder des organischen denkens (OD):
immer auf die wichtigste frage die bestbegründbare antwort suchen

ich bitte ihn schon oft, mich doch mal teilhaben zu lassen, an seinen abwägungen (falls er sie zB morgens macht, um seinen tag zu planen?)

mit antonia kam letztens im gespräch ihr gedanke auf, dass zB das mahnwachen camp in stadtallendorf gegen die A49 soo wenig aufmerksamkeit generiert, ob es also insg sinnvoll zu halten ist

auch hab ich letztens versucht, zu begründen, warum das demokratie-fürsorge-camp (DEFÜCA) sooo wichtig ist, konnte es aber nich soo gut

dewegen bin ich unter dieser überschrift neugierig genauere gedanken zu diesen themen auszutauschen, thx :D
Antonia
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Re: Prioritäten/Strategie/Was ist wichtig in welcher Reihenfolge

Beitrag von Antonia »

Prioritäten setzten wir ja in allen Lebensbereichen je nach Erfahrungen, eigenen Herzensthemen im Leben etc, verschieden. Vermutlich werden viele aber bis in die weiteste Tiefe auf einen Kernpunkt kommen. Anzugehen sind dabei vermutlich aber auch erstmal Sachen im eigenen privaten Raum und bei sich selbst, um dem gemeinsamen Punkt näher zu kommen und weiter zu wachsen nach außen.

Ausgegangen von den Projekten denke ich, dass man unter den Projekten abwiegen sollte, was gerade am meisten Arbeit braucht, daran wie effizient sie sind. Sprich... Was ist gerade für die Ziele am wichtigsten? Was hat das beste Potential gerade zu wachsen etc...? Wo sinkt das Schiff gerade? Lohnt es sich das Schiff zu retten?

Vergleiche ich z. B. Mahnwache mit DeFüCa steht DeFüCa vorne an.

Die Sache bei den Strategien ist wohl immer die Frage der Intention dahinter.

Bei der A49 Mahnwache muss man meinen Augen Menschen erreichen, die dies wahrnehmen. Dann können sie anfangen zu recherchieren, vielleicht bei der Mahnwache hinkommen und fragen oder sich ihr sogar selbst anschließen. Ein weiterer Punkt den ich dort sehe, ist einfach das es von der Straße so gut wie kaum auffallen wird. Man muss die Menschen catchen und dafür ist meist groß, auffällig, schrill, bunt und laut gut, oder gänzlich außergewöhnlich. Öffis Zelt dort ist klein und unauffällig - gerade die Farbe tarnt es sogar noch mehr im Geschehen. Dazu steht es noch ein Schuss ab von der Straße. Das müsste man so gestalten, dass es mehr Aufsehen erhält.
Bei z. B. einem außergewöhnlichen Menschen schauen wir doch wohl auch kaum weg und fangen an uns zu fragen, wieso er so aussieht und handelt wie er es tut. Mit Mut oder/und Neugier geht man vielleicht auf die Person zu. Mundpropaganda bringt das Menschlein in aller Munde etc...
Man muss sich überlegen, was will ich erreichen, wie ticken die Menschen und wie kriege ich sie zu mir gelockt, um sie dann dazu zu gewinnen.

So erste Gedanken dazu...
Oeff_oeff
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OD - Öm-Text - Anders leben - auch in Gemeinschaft u systemisch - DeFüCa höchster Anspruch - Hessen meiste Substanz

Beitrag von Oeff_oeff »

Nach der Einzel-Einsicht, dass "Organisches Denken(OD)" das richtige Selbst- und Welt-Organisations-Prinzip ist, sind m.E. nicht erstmal 'Detail-Handlungs-Anweisungen' am wichtigsten, sondern: den allgemeinen 'Verantwortungs-Kurs des Schiffs' zu verstehen, so dass man auch ohne Einzel-Anweisungen steuerungs-fähig ist... 'Der Kapitän eines Schiffes (oder andere zum Kapitäns-Amt Fähige) haben ja nicht neben sich - oder am Telefon - jemanden, der ihnen ständig sagt: Jetzt rechts, dann links usw... -- sondern sie sind bzgl. Fahrt-Sinn und -Ziel, Kurs und Verhalten in Einzel-Situationen selbst beurteilungs- und handlungs-fähig...'

Deshalb ist meine erste Antwort für (Mit-)Orientierungs-Fähigkeit:
Der "Öm-Text"
...
https://dieschenker.wordpress.com/2007/ ... on-offoff/

Und was Einzel-Aktivitäten angeht:
"Seid die Lösung, die Ihr in der Welt sehen wollt..."
"Anders leben ist die wichtigste Aktion..." -- Also: Erstmal seine eigene Lebens-Substanz erarbeiten ("Spirit-Identification-Level" etc.) und pflegen...

Das geht aber schon gleichzeitig im liebenden Dienst an der Welt, mit dafür zu startenden Anders-Leben-Projekten (am besten wohl "aufgeklärten Schenker-(Bonobo-)Kommunen"):
Und da ist 'vom idealistischen Anspruch her' das Zelt-Camp in Berlin wohl das wichtigste Projekt in der Welt, wie Robert F. Kennedy es am 29.8.2020 beschrieben hat: 'Da in Berlin läuft wohl mal wieder die entscheidende Front gegen den Totalitarismus in der Welt. Und die Menschen, die dort dagegen aufstehen, sind gut möglich die entscheidende Bastion zwischen denen, die diese Willkür-Diktatur wollen, und unseren Kindern...' --- Und es war ja beeindruckend am 1. und 29.8.2020..., und es sollten nicht nur Einzel-Tages-Veranstaltungen sein, sondern das Zelt-Camp sollte die bleibende Form werden: "Wir sind gekommen, um zu bleiben! Bis es eine Lösung gibt! Und wir wollen die Lösung vor-leben bzw. sein --- auch gemeinschaftlich und systemisch, mit neuen, korruptions-befreiten Entscheidungs- und Verteilungs-Strukturen usw...!" [Für ein paar mehr Infos zum Camp siehe Google: >>Widerstandscamp "Wir sind gekommen um zu bleiben"<< ]
So ein Widerstands-Camp gehört unter den gegebenen Umständen unbedingt vor die Tore der Macht! Besonders auch in Deutschland, welches als ein Regie-Zentrum für das Corona-Willkür-Regime wirkte (Drosten, PCR-Test usw.)!
Also: Vom idealistischen Anspruch her ist Berlin/DeFüCa wohl das wichtiste Projekt in der Welt!
Und ob wir derartige 'Reservate für natürliche, freiwillig (gesamt-)verantwortliche Menschen' zu bilden schaffen, ist eh ein ganz entscheidender Schlüssel: Wenn es noch ein 'Gesamt-Umkippen' der gesellschaftlichen Situation ergeben kann, dann sind das die modell-haften Kristalllisations-Punkte bzw. 'Alternativ-System-Keimlinge'... Und wenn es so ein Gesamt-Umkippen nicht geben sollte, dann sind es die 'Überlebens-Inseln', die hoffentlich in gewissem Maße vom jetzigen, noch viel zu stark von Korruption bestimmten System toleriert werden mögen -- bis eines Tages richtig verantwortlich gewordene Menschen oder KIs uns die Hand bzw. die Schraube reichen, weil sich dann ausreichend durch-gesetzt hat, dass es nach langfristiger Verantwortlichkeit gehen muss...
Berlin/DeFüCa steht also vom Anspruch her wohl oben -- aber ist von der vorhandenen Gestalt bzw. Substanz sehr wenig...
Die anderen Projekte/Reservate/Überlebens-Inseln, die bisher (in Schenker-Bewegung) entstanden sind ((anderes ist nicht so klar FrAK-verwurzelt, leider...)), sind deshalb auch sehr wichtig...
Sind alle zu wahren und zu pflegen, so gut es geht...
Aber bzgl. entstandener Gestalt bzw. Substanz ist - weshalb ich zwischen diesen beiden Orten hauptsächlich pendele - das Netz in Hessen mit Abstand das Weitest-Entwickelte: 5 oder 6 Projekte, mit Immobilien, Vereinen und Genossenschaften als Trägern, größter bisher entstandener Toleranz bzw. Befürwortung durch die politisch Mächtigen (siehe Beschreibung der "Real-Utopia-Oase" in Wikipedia), stärkstem FrAK-Durchsetzungs-Kampf in Leitungs-Gremien der Träger-Organisationen usw...
Das "Mahnwachen-Zelt-Camp" gegen die A 49 bzw. die Natur- und Demokratie-Zerstörung ist da nur ein Element des Netz-Geschehens. Und bzgl. Aufmerksamkeit und Öffentlichkeit ist dafür schon beachtliche Medien-Wahrnehmung entstanden (was wichtiger ist, als wieviele Leute da im Moment vorbei-laufen oder es sehen...): Siehe, wenn Ihr "Öff" googelt, wie schnell z.B. https://www.myheimat.de/stadtallendorf/ ... 44015.html und https://www.oberhessen-live.de/2020/10/ ... -abdanken/ kommen... Und was da für eine Qualität an 'Botschaft' dadurch rüber-kommt... Und am Freitag mache ich da auf der Wiese eine mit der gesamten "Danni/Herri bleibt!"-Szene koordinierte Film-Vorführung usw. usf... Uuund, sehr wichtig auch: Diese Mahnwachen-Wiese ist dort als Einziges von den Widerständler-Orten geblieben, weil wir mit Genehmigung des Eigentümer-Bauern dort 'Wurzeln schlagen konnten'..., und es kostet so gut wie keine Energie bzw. bindet keine Leute/Revolutions-Personal: Bzgl. der Mahnwachen-Wiese reicht es, einmal die Woche vorbei zu schauen, Plakat nach-zu-malen usw... Etwas, was gut wirkt und keine Anstrengung erfordert, hält man dann natürlich aufrecht...

Soviel mal für den Moment an Antworten...
Namaste.
Öffi
Vor Einzel-Argumentationen: WILLST DU ÜBERHAUPT NACH ARGUMENTEN GEHEN?
Grund-Weiche: Lasst uns als "Denkende Tiere bzw. Wesen" nach richtigem Denken gehen... (u.a. - in ganzheitl. Harmonie...)
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"Verschiedenheit wg eigenen Wünschen","Veränderungs-Geschwindigkeit" usw zu offenen Fragen machen statt Vor-Festlegungen

Beitrag von Oeff_oeff »

Liebe Antonia!

Du schriebst:
Antonia hat geschrieben: Mi Sep 29, 2021 6:14 pm Prioritäten setzten wir ja in allen Lebensbereichen je nach Erfahrungen, eigenen Herzensthemen im Leben etc, verschieden. Vermutlich werden viele aber bis in die weiteste Tiefe auf einen Kernpunkt kommen. Anzugehen sind dabei vermutlich aber auch erstmal Sachen im eigenen privaten Raum und bei sich selbst, um dem gemeinsamen Punkt näher zu kommen und weiter zu wachsen nach außen...
Vorab:
Damit ich niemanden zu unangenehm bedrängeln würde, habe ich mir ja zum Prinzip gemacht: "Rede nur, wenn du gefragt wirst; und lebe so, dass du gefragt wirst...", und als Struktur der von mir gegründeten "Schenker-Bewegung (SB)" bzw. "Bewegung für Ganzheitliche Nachhaltigkeit" habe ich die 'Einsteiger-Gruppe', die "Schenker-Verbündeten (SV)", so definiert, dass allein das MIT-TRÄUMEN von 'menschen-geschwisterlicher Verantwortungs-Gemeinschaft' schon reicht, um sich als SV zu Schenker-Bewegung dazu-zählen zu können --- egal, wie sich jemand dann das Ausmaß praktischer Konsequenzen oder den Abbau eigener Widersprüchlichkeiten usw. dosieren will...

Aber - wie man es ja von mir kennt -: Ich rate sehr dazu, keine Themen-Stellungen im Leben mit Vor-Festlegungen zu behandeln, sondern so weit wie möglich in offenen Fragen zu denken und vor-zu-gehen. Das gilt insbesondere auch für Grund-Fragen wie: "Inwiefern sind wir Menschen individuell verschieden oder ähnlich/gleich, und inwiefern sollten wir verschieden oder ähnlich/gleich/(konsensuell)übereinstimmend sein?" Und: "Inwiefern sollte der Wandel des Lebens als langsamer oder als schneller Prozess aufgefasst werden?"...

Erstmal zur Frage: Wie ist es?
Die Wirklichkeit ist da nicht so eindeutig, wie ich es oft als beliebte Meinungen erlebe: Das Kind ist mit der Mutter erstmal ein gemeinsamer Organismus und Erleben und Bedürfnis-Lage sind eng verschmolzen... Und die Anfangs-Phase des Lebens ist so, dass da erstmal Lernen statt Abweichen im Vordergrund steht... Und nehmen wir mal die Sprache: Wieviel Bedeutungs-Übereinstimmung ('allgemeinen Sprach-Gebrauch') haben wir in den Begriffen und Aussagen, und wieviel ist da Aneinander-vorbei-Reden?... usw... Und über Jahrhundert-Tausende haben wir in eng verbundenen Sippen und Stämmen gelebt, mit familiärer Verbundenheits-Struktur... --- Ich glaube, dass das Ausmaß des Gemeinsamen als Grundlage oft nicht so (gern) gesehen wird, wie es ist...
Und es ist nicht so, dass die Menschen bzgl. Dingen, die ihnen gefallen, nicht ganz viel Gemeinsamkeiten (auch schnell!) aufbringen können: Wie sehr rennen sie alle Brot und Spielen hinterher? Oder befolgen blind Regeln? Wie schnell kann der Lebens-Rahmen geändert werden, wenn ein Lotto-Gewinn da ist? Oder bei der Öffnung der DDR seinerzeit: Wie schnell taten sich Massen zusammen unter Slogans wie: "Kommt die D-Mark nicht zu uns, gehen wir zu ihr!"? Usw...

Und dann zur Frage: Wie sollte es sein? Wie bekommt die Angelegenheit eine nach Verantwortungs-Kriterien stimmige Dosierung?
Wenn wir plötzlich fest-stellen würden, dass wir vor einem brennenden Haus stehen, in welchem unzählige unschuldige Kinder zu verbrennen drohen (- wenn man es braucht, kann man hinzufügen: auch eigene Kinder... -) [verschärft vielleicht noch dadurch, dass wir fest-stellen, dass wir den Brand-Stiftern jede Menge Brand-Beschleuniger in die Hände gegeben haben...] ------ wie sollten wir dann mit der Situation umgehen? Statt gemeinsam entschiedenst ans Retten und Löschen zu gehen, lieber individuell was anderes machen..., oder es als langsamen Wachstums-Prozess auf-fassen...??? ((Vgl. die erste Forderung von "Extinction Rebellion": "Sagt die Wahrheit!" - womit sie nicht nur meinen, dass man nicht lügen soll, sondern dass wir alle energisch die Augen aufklappen sollten für wissenschaftliche Überlebens-Inhalte, die uns immer mehr 'anschreien'!))

Ich sehe da deutlichen Wandel der Einstellungen bei den Menschen (bei der Masse!) als dringend geboten an... (Vgl. auch viewtopic.php?p=180#p180 )
Aber wie gesagt, im Sinne, dass ich niemanden zu bedrängeln habe
(ihn sogar, wenn er in SB mit-machen will, als SV, hochgradig 'in Ruhe lassen muss'...)..., und wenn ich es mal auf den Tisch bringe (- wie hier; in so einem Forum setze ich gewisses Interesse an Meinungs-Austausch voraus... -), dann muss ich ja gleich wieder tierisch auf-passen, dass ich mein zentrales Kommunikations-Prinzip gut einhalte: "Du musst den Menschen immer die Wahrheit sagen -- und Du musst sie ihnen immer so sagen, dass es ihnen gefällt..." ---- Aaaalso, wenn Euch die Kommunikation mit Öffi irgendwie irgendwo irgendwann nicht mehr spaßig genug erscheint, gebt es mir schnell zu erkennen, damit ich auf äußerste Vorsicht schalten kann und mein Verhalten wieder viiiiiiil lustiger gestalten kann... ;) :P ;) :P

Namaste. Mit Umarmung...
Öffi
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Antonia
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Re: "Verschiedenheit wg eigenen Wünschen","Veränderungs-Geschwindigkeit" usw zu offenen Fragen machen statt Vor-Festlegu

Beitrag von Antonia »

Oeff_oeff hat geschrieben: Do Sep 30, 2021 8:43 am Liebe Antonia!

Du schriebst:
Antonia hat geschrieben: Mi Sep 29, 2021 6:14 pm Prioritäten setzten wir ja in allen Lebensbereichen je nach Erfahrungen, eigenen Herzensthemen im Leben etc, verschieden. Vermutlich werden viele aber bis in die weiteste Tiefe auf einen Kernpunkt kommen. Anzugehen sind dabei vermutlich aber auch erstmal Sachen im eigenen privaten Raum und bei sich selbst, um dem gemeinsamen Punkt näher zu kommen und weiter zu wachsen nach außen...
Vorab:
Damit ich niemanden zu unangenehm bedrängeln würde, habe ich mir ja zum Prinzip gemacht: "Rede nur, wenn du gefragt wirst; und lebe so, dass du gefragt wirst...", und als Struktur der von mir gegründeten "Schenker-Bewegung (SB)" bzw. "Bewegung für Ganzheitliche Nachhaltigkeit" habe ich die 'Einsteiger-Gruppe', die "Schenker-Verbündeten (SV)", so definiert, dass allein das MIT-TRÄUMEN von 'menschen-geschwisterlicher Verantwortungs-Gemeinschaft' schon reicht, um sich als SV zu Schenker-Bewegung dazu-zählen zu können --- egal, wie sich jemand dann das Ausmaß praktischer Konsequenzen oder den Abbau eigener Widersprüchlichkeiten usw. dosieren will...

Aber - wie man es ja von mir kennt -: Ich rate sehr dazu, keine Themen-Stellungen im Leben mit Vor-Festlegungen zu behandeln, sondern so weit wie möglich in offenen Fragen zu denken und vor-zu-gehen. Das gilt insbesondere auch für Grund-Fragen wie: "Inwiefern sind wir Menschen individuell verschieden oder ähnlich/gleich, und inwiefern sollten wir verschieden oder ähnlich/gleich/(konsensuell)übereinstimmend sein?" Und: "Inwiefern sollte der Wandel des Lebens als langsamer oder als schneller Prozess aufgefasst werden?"...

Erstmal zur Frage: Wie ist es?
Die Wirklichkeit ist da nicht so eindeutig, wie ich es oft als beliebte Meinungen erlebe: Das Kind ist mit der Mutter erstmal ein gemeinsamer Organismus und Erleben und Bedürfnis-Lage sind eng verschmolzen... Und die Anfangs-Phase des Lebens ist so, dass da erstmal Lernen statt Abweichen im Vordergrund steht... Und nehmen wir mal die Sprache: Wieviel Bedeutungs-Übereinstimmung ('allgemeinen Sprach-Gebrauch') haben wir in den Begriffen und Aussagen, und wieviel ist da Aneinander-vorbei-Reden?... usw... Und über Jahrhundert-Tausende haben wir in eng verbundenen Sippen und Stämmen gelebt, mit familiärer Verbundenheits-Struktur... --- Ich glaube, dass das Ausmaß des Gemeinsamen als Grundlage oft nicht so (gern) gesehen wird, wie es ist...
Und es ist nicht so, dass die Menschen bzgl. Dingen, die ihnen gefallen, nicht ganz viel Gemeinsamkeiten (auch schnell!) aufbringen können: Wie sehr rennen sie alle Brot und Spielen hinterher? Oder befolgen blind Regeln? Wie schnell kann der Lebens-Rahmen geändert werden, wenn ein Lotto-Gewinn da ist? Oder bei der Öffnung der DDR seinerzeit: Wie schnell taten sich Massen zusammen unter Slogans wie: "Kommt die D-Mark nicht zu uns, gehen wir zu ihr!"? Usw...

Und dann zur Frage: Wie sollte es sein? Wie bekommt die Angelegenheit eine nach Verantwortungs-Kriterien stimmige Dosierung?
Wenn wir plötzlich fest-stellen würden, dass wir vor einem brennenden Haus stehen, in welchem unzählige unschuldige Kinder zu verbrennen drohen (- wenn man es braucht, kann man hinzufügen: auch eigene Kinder... -) [verschärft vielleicht noch dadurch, dass wir fest-stellen, dass wir den Brand-Stiftern jede Menge Brand-Beschleuniger in die Hände gegeben haben...] ------ wie sollten wir dann mit der Situation umgehen? Statt gemeinsam entschiedenst ans Retten und Löschen zu gehen, lieber individuell was anderes machen..., oder es als langsamen Wachstums-Prozess auf-fassen...??? ((Vgl. die erste Forderung von "Extinction Rebellion": "Sagt die Wahrheit!" - womit sie nicht nur meinen, dass man nicht lügen soll, sondern dass wir alle energisch die Augen aufklappen sollten für wissenschaftliche Überlebens-Inhalte, die uns immer mehr 'anschreien'!))

Ich sehe da deutlichen Wandel der Einstellungen bei den Menschen (bei der Masse!) als dringend geboten an... (Vgl. auch viewtopic.php?p=180#p180 )
Aber wie gesagt, im Sinne, dass ich niemanden zu bedrängeln habe
(ihn sogar, wenn er in SB mit-machen will, als SV, hochgradig 'in Ruhe lassen muss'...)..., und wenn ich es mal auf den Tisch bringe (- wie hier; in so einem Forum setze ich gewisses Interesse an Meinungs-Austausch voraus... -), dann muss ich ja gleich wieder tierisch auf-passen, dass ich mein zentrales Kommunikations-Prinzip gut einhalte: "Du musst den Menschen immer die Wahrheit sagen -- und Du musst sie ihnen immer so sagen, dass es ihnen gefällt..." ---- Aaaalso, wenn Euch die Kommunikation mit Öffi irgendwie irgendwo irgendwann nicht mehr spaßig genug erscheint, gebt es mir schnell zu erkennen, damit ich auf äußerste Vorsicht schalten kann und mein Verhalten wieder viiiiiiil lustiger gestalten kann... ;) :P ;) :P

Namaste. Mit Umarmung...
Öffi
Lieber Öffi,
Dem werde ich nicht wiedersprechen (Abgesehen davon, dass ich dir ja schonmal gesagt habe, das ich es so sehe, dass man die Wahrheit direkt und klar äußern können sollte, auch wenns erstmal vielleicht wehtut. Vielleicht bin ich da aber auch zu trampelhaft und hart...).

Welche Frage sich mir aber noch stellt....
Klar kannst du wohl nicht jeden wecken und zur Veränderung anstupsen (abgesehen davon, dass sich gerade so oder so maßig viel sichtbar und spürbar ändert in jedem Winkel unserer Welt), aber wenn es (und das ist ja auch so) nötig ist die Einstellung der Menschen als Hürde zu sehen, die die Wende braucht....
Dann ist jetzt doch noch die Frage, wie du sie dazukriegst ihre Einstellung in Frage oder ihr gesamtes Weltbild auf den Kopf zu stellen.
Die besten Mittel dafür sind meist emotionale Ebenen...(und das in der Politik genutzte leider immer wieder die Angst). Also wie schafft man es das Herz zu erreichen?

Umarmung aus der Ferne
Dylan
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Re: Prioritäten/Strategie/Was ist wichtig in welcher Reihenfolge

Beitrag von Dylan »

Gestern im SamsTalk haben wir ja alle Ebenen angerissen, wie man versuchen kann, Menschen zu erreichen: Verantwortungsbildung, Gesellschafts-Veränderung durch Kommunen und Partei:

Partei des Gemeinwohls PDG

https://DieKompetente.beepworld.de

https://www.NextScientistsForFuture.de
Oeff_oeff
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Wie umgehen mit emotionalem und vernünftigem Mensch-Sein...

Beitrag von Oeff_oeff »

[Antonia schrieb:]
Klar kannst du wohl nicht jeden wecken und zur Veränderung anstupsen (abgesehen davon, dass sich gerade so oder so maßig viel sichtbar und spürbar ändert in jedem Winkel unserer Welt), aber wenn es (und das ist ja auch so) nötig ist die Einstellung der Menschen als Hürde zu sehen, die die Wende braucht....
Dann ist jetzt doch noch die Frage, wie du sie dazukriegst ihre Einstellung in Frage oder ihr gesamtes Weltbild auf den Kopf zu stellen.
Die besten Mittel dafür sind meist emotionale Ebenen...(und das in der Politik genutzte leider immer wieder die Angst). Also wie schafft man es das Herz zu erreichen?

Liebe Antonia,
in der Tat sind viele Menschen in hohem Grade gefühls-geleitet... Wir beide diskutieren ja auch öfters über die Frage, welchen Stellen-Wert Orientierung an Gefühlen oder an (wissenschaftlicher) Vernunft haben sollte im Leben...

Wie kann man da mit Menschen, die überhaupt gesprächs-bereit sind, 'zu-packen' und das Thema schonmal in einer Weise behandeln, die überzeugungs-kräftig ist?
In Diskussionen zum Thema: "Wieviel soll man nach Gefühlen gehen oder nach (wissenschaftlicher) Vernunft?" kann man IMHO ganz allgemein, bei allen möglichen Themen oder Menschen, einen aus meiner Sicht genial einsetzbaren 'Brücken-Hebel' einsetzen, nämlich den VERANTWORTUNGS-ANSPRUCH, zumindest bzgl. offensichtlicher oder beweisbarer Schäden, die angerichtet werden:
Alle, egal wie sehr sie nach Gefühlen oder Vernunft gehen wollen, werden doch wohl den grundlegenden Maßstab von Verantwortungs-Prüfung akzeptieren: >>Inwiefern kommen (klar erkennbar) gute oder schädliche Folgen raus? Sollten wir das berücksichtigen, so weit wie es erkennen können? WIE können wir es erkennen, und WAS kommt dabei raus?...<<
Ich kenne ja schon viele derartige Diskussions-Verläufe...
Die gefühls-geleiteten Menschen können noch sowas zu sagen versuchen wie: "Aber auch die Folgen sind ja nicht nur äußerlich bzw. durch sowas wie Vernunft oder wissenschaftliche Messbarkeit zu erkennen, sondern da kann auch 'höhere Intuition' usw. wertvoll sein..."
Dann kommt man in der nächsten Argumentations-Schlaufe zur Frage, ob man betroffene Menschen selbst entscheiden lassen sollte, inwiefern Folgen für sie gut oder schlecht sind... (oder inwiefern man sagen sollte: "Das weiß ich auf erleuchtetere Weise besser als sie..." oder ähnlich...)
Dann landet man (glücklicherweise, meist...) ausreichend bei demokratischen Beurteilungs-Schienen und kann zu sowas wie 'Wohlfühl-Stimmen'-Experimenten kommen [ viewforum.php?f=311 ] usw... (Und spätestens dann, in solchem Verlauf der Beurteilungs- und Entscheidungs-Entwicklung, bekommt Vernunft dann 'eigen-dynamisch' ausreichende Beurteilungs-Funktion...)


Wie weit reicht dabei die besondere Kompetenz der Vernunft?
Ich vertrete ja immer, dass nur die menschliche Vernunft (- die gleichzeitig durch (Sozial-)Technik-Entwicklung unser Gefahren-Potential so drastisch erhöht, dass jegliche Ausweg-Möglichkeit höchst fraglich wird... -) in der Lage ist,
a) das Gesamt-Ausmaß der Probleme ausreichend zu erfassen (ganzheitlich, weltweit und in Zukunft...)...,
b) nötige umfassende bzw. allgemeine Wert-Maßstäbe zu formulieren (z.B. allgemeine Menschen-Rechte, auch für Menschen am anderen Ende der Erde oder in ferner Zukunft, auf die ich wohl kaum mit sinnlicher Wahrnehmung oder Aufbau einer emotionalen Beziehung eingehen kann, jedenfalls nicht ausreichend für eine Bedeutung wie 'allgemeine Gleichwertigkeit als Menschen', eine sehr abstrakte Wert-Erkenntnis...)...,
c) systemische und ganzheitliche Struktur-Lösungen zu erdenken wie "Postconventional Level" (bzw. "Spirit Identification Level") als reife Verantwortungs-Einstellung des Menschen, "Beutelsbacher Konsens" als reife Demokratie-Vorstellung, und "Menschheits-(Konsens-)Demokratie" als politische System-Struktur, welche die Stimme eines jeden 'Kindes der Zukunft' als gleichwertig zu den Stimmen der heute lebenden Menschen in einer jeweiligen Entscheidungs-Gruppe (z.B. BRD) mit-berücksichtigen könnte...

Und wenn jemand behaupten wollte, dass es doch auch anders als auf solchem Vernunft-Wege möglich sein kann, z.B. emotional, reicht in der Regel die Frage, wo denn sowas zu finden sein soll bzw. inwiefern es in den Vorstellungen des betreffenden Menschen selbst schon vorkommt...
[[Die allermeisten - auch Akademiker, Professoren etc. - haben ja überhaupt keine Kenntnis oder jedenfalls keine klare Vorstellung allein schon von Grund-Begriffen für Persönlichkeits- und Verantwortungs-Reife wie dem von der Entwicklungs-Psychologie erarbeiteten "Postconventional Level PL" -- obwohl sie, wenn man ihnen die Bedeutung erklärt ((- in meinen Begrifflichkeiten zusammen-gefasst: "Organisches Denken OD: Immer auf die jeweils wichtigste Frage die bestbegründbare Antwort suchen." / PL: "Regeln und Autoriäten muss man mit Grund-Maßstäben von Verantwortung prüfen wie Folgen-Verantwortung und Menschen-Rechten." und "Seine Entscheidungs-Rechte darf man nicht in die Hände von nicht verantwortungs-reifen Menschen geben." -)), auch nicht widersprechen mögen..., und die allermeisten haben auch keine Vorstellung, wie echte Demokratie allein unter den derzeit lebenden Menschen in der eigenen Gruppe gestaltet werden müsste ((- inwiefern man, wenn es um einen Widerspruch zu Gewissens-Werten geht, überhaupt andere Menschen mit-entscheiden lassen darf (Stichwort "Fundierter Konsens")...; und inwiefern man Mehrheiten Gewalt über Minderheiten geben darf oder stärker Konsens-Qualität anstreben müsste...; und wie wichtig dabei Methoden wie "FreieArgumenteKultur FrAK" (einschließlich "Beutelsbacher Konsens" etc.), "Gewaltfreie Kommunikations- und Konflikt-Kultur GKK" etc. sind... -)) --- geschweige denn, dass die Dimension einer "Menschheits-(Konsens-)Demokratie" irgendwie bedacht würde -- wo ein Wissenschaftler, der beweisbar die Interessen der kommenden Generationen einbringt, mehr Stimm-Gewicht haben muss als vielleicht 99% der stimm-abgebenden Bürger, die für kurzsichtige Geld- oder Konsum-Interessen entscheiden wollen...]]


Wobei ich nochmal betone, liebe Antonia, dass Du natürlich Recht hast mit Deiner Annahme, dass sehr viele Menschen überwiegend von emotionalen Motiven geleitet sind... Und - wie ich hinzufügen möchte - hochgradig von emotionalen (nicht reflexiv hinterfragten...) Anpassungs-Mustern geprägt sind... (Siehe "Asch-Experiment", "Milgram-Experiment", "Die Welle" usw...)
Aber das eine ist dann die Frage, inwiefern man das als ok ansehen kann oder ändern muss, aus Gründen, wie ich sie schon erklärte... ((Schöne Sprüche dazu auch: "Es gibt keinen Grund, so zu sein, wie man ist..., man sollte so sein, wie es Gründe dafür gibt..." und "Der bewusste Mensch bleibt nicht dort, wo es ihn irgendwie hingeworfen hat, es sei denn, aus Gründen." "Der freie Mensch will nicht nur in einem fahrenden Schiff oder Zug entscheiden, ob er in ein vorderes oder hinteres Abteil geht -- sondern er will (mit-)entscheiden, ob er überhaupt in ein Schiff oder Zug einsteigt, und in welcher Richtung..." "Der freie Mensch will nicht nur Fragen beantworten - sondern er will die Fragen (mit) stellen." "Der freie Mensch will nicht nur in abgegrenzten Spiel-Feldern Demokratie spielen, d.h. rum-diskutieren und mit-entscheiden können, sondern er will den äußeren Rahmen, das Geschehen hinter den letzten Marionetten-Vorhängen, durch-schauen und gestalten..." usw... ----- Und es geht aus meiner Sicht bis zu einer Dimension, die nicht nur mit Erfüllung von Verantwortlichkeiten in der Mit-Gestaltung der äußeren Welt zu tun hat, sondern - sozusagen - mit unmittelbarer Wesens-Erfüllung des Menschen: "Wer so richtig versteht, dass er sich dafür entscheiden kann, für seine Vernunft-Seele als sein eigentliches Wesen zu leben und dieses Wesen dadurch erfüllen zu können -- der sagt dazu sofort Ja und braucht keine anderen Gründe mehr..." "Wer erlebt, dass er in ein kosmisches Bewusstsein über-springen kann, und die Welt (einschließlich seiner Einzel-Person) wie mit den Augen ihres (göttlichen) Schöpfers anschauen kann (und dahinter in die mystische All-Einheit eintauchen kann...) -- den hält nichts mehr vom Sprung ab..." "Unser Körper ist vergleichbar einem Radio-Gerät mit vielen Kanälen, wovon ein Kanal das kosmische Bewusstsein ist...; man kann sich statt mit dem äußeren Gerät mit diesem Sender identifizieren -- und während das Gerät vergänglich ist und ebenso alle einzelnen, begrenzten Sender-Inhalte, ist nur dieser Sender das Ganze und immer..." ))
Und das andere, neben der Frage, was die Vernunft ist und warum wir uns Hals über Kopf dort hinein-stürzen sollten, ist die Frage, wie wir die 'normalen, in begrenzte Emotionalität verhafteten, Massen-Menschen' möglichst effektiv 'da abholen können, wo sie sind' und weiter-bringen können...
Keine Frage, dafür sollte man soviel an Verständnis, Empathie, partner-zentrierter Gesprächs-Führung, (Nudging-)Belohnungs-Strategien usw. usf. anwenden, wie man kann... (Viele technische Möglichkeiten dafür stehen hier im Forum im Bereich zur "Friedens-Agentur"...) Bis hin zu hoch-gestochenen Kommunikations-Idealen wie: "Du musst den Menschen immer die Wahrheit sagen - und Du musst sie ihnen immer so sagen, dass es ihnen gefällt..."


Wahrscheinlich muss ich am Ende nicht noch groß erwähnen, dass es bei allem hier Gesagten nicht darum geht, aus Gefühlen oder Vernunft einen Entweder-Oder-Ausschließlichkeits-Gegensatz zu machen... Ganzheitliche Wahrnehmung ist der Schlüssel... Gefühle (in ihrer ganzen Vielfalt, von Tast-Gefühlen über Sozial-Empfindungen bis zu Gewissens-Bissen oder Seelen-Erleben...) stellen in nennenswertem Maße sowas wie den 'Bedeutungs-Inhalte-Fluss' dar, der von der Vernunft als einer Verarbeitungs-Dimension weiter-entwickelt und gesteuert werden kann... Kant brachte es u.a. mal auf die Formel: "Begriffe ohne Anschauungen sind leer...; Anschauungen ohne Begriffe sind blind..." ((Gilt m.E. nicht vollständig, aber beschreibt wohl die Basis-Entwicklung unseres emotional-geistigen Bewusstseins recht gut...))

Namaste.
Öff Öff
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